Nach dem Ende deiner Finanzierungsphase werden die Unterstützungen eingezogen, offene Zahlungen geklärt und die Fundingsumme ausgezahlt. Rechnung, Fundingbeleg und steuerliche Zuordnung hängen von der finalen Auszahlung und deinem individuellen rechtlichen und steuerlichen Setup ab.
Wann wird meine Fundingsumme ausgezahlt?
Wenn alles vollständig ist, geht die Auszahlung in der Regel innerhalb von etwa 14 bis 21 Tagen nach dem Ende der Finanzierungsphase auf deinem hinterlegten Auszahlungskonto ein.
Zwischen Projektende und Auszahlung passieren mehrere Schritte:
- 1Finale Prüfung: Startnext und Stripe prüfen, ob die Voraussetzungen für Einzug und Auszahlung erfüllt sind. Je nach Fundinghöhe kann Stripe weitere Daten oder Dokumente verlangen.
- 2Einzug der Unterstützungen: Sobald die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, werden die Unterstützungen eingezogen.
- 3Information an Unterstützer:innen: Unterstützer:innen werden über den beginnenden Einzug informiert. Wenn eine Zahlung nicht funktioniert, erhalten sie einen Hinweis und können ihre Zahlungsdaten gegebenenfalls korrigieren.
- 4Klärung offener Zahlungen: Fehlgeschlagene Lastschriften, abgelaufene Karten oder andere offene Zahlungen werden erneut versucht oder geklärt.
- 5Abzug von Kosten: Die anfallenden Plattform- und Zahlungsgebühren werden vor der Auszahlung abgezogen.
- 6Auszahlung: Die verbleibende Auszahlungssumme wird auf dein hinterlegtes Auszahlungskonto überwiesen.
Was kann meine Auszahlung verzögern?
Typische Gründe sind:
- offene Anforderungen oder Nachfragen bei der Legitimation,
- fehlende oder unklare Dokumente für die Legitimation,
- viele fehlgeschlagene Einzüge,
- offene Zahlungen, die noch geklärt werden müssen,
- ein Auszahlungskonto, dessen Kontoinhaber:in nicht zur legitimierten Person oder Organisation passt,
- weitere Prüfungen durch Stripe, die sich aus der Fundinghöhe oder dem Risikoprofil ergeben.
Den aktuellen Stand prüfst du im Projektinterface → Vertrag → Legitimation. Die dort angezeigten Hinweise erklären, ob du handeln musst oder Stripe bereits eingereichte Daten prüft.
Wo finde ich die Rechnung und den Fundingbeleg für mein Projekt?
Nach der Auszahlung findest du deine Rechnung und den Fundingbeleg im Projektinterface → Crowd & Funding → Finanzierungsstatistik. Dort kannst du beide Dokumente herunterladen.
Vor der Auszahlung stehen die finalen Dokumente noch nicht zur Verfügung. Bis dahin kann sich die Fundingsumme noch verändern, zum Beispiel durch:
- Stornierungen,
- fehlgeschlagene Einzüge,
- nachträgliche Korrekturen von Zahlungsdaten,
- die Klärung offener Zahlungen.
Erst mit der Auszahlung stehen die finale Fundingsumme, die abgezogenen Kosten und die korrekten Belegdaten fest.
Wann sollte ich Rechnungen an Unterstützer:innen versenden?
Eine Rechnung versendest du, wenn du für ein Dankeschön eine Rechnung stellen musst oder Unterstützer:innen ausdrücklich eine Rechnung anfordern. Ob eine Rechnung erforderlich ist, hängt von deiner Rechtsform, deinem Steuerstatus und der Art der Unterstützung ab.
Typische Fälle sind:
- Dankeschön mit Gegenleistung: Bei einem Produkt oder einer Dienstleistung liegt in der Regel ein Leistungsaustausch vor. Eine Rechnung kann erforderlich sein.
- Freie Unterstützung ohne Gegenleistung: Sie wird häufig anders eingeordnet als ein Verkauf. Ob du dafür eine Rechnung ausstellst, klärst du mit deiner Steuerberatung.
- Mischformen: Wenn eine Unterstützung freie Beträge und ein Dankeschön kombiniert, kann eine individuelle steuerliche Prüfung sinnvoll sein.
Praktisch kannst du Rechnungen folgendermaßen versenden:
- zusammen mit der Versandbestätigung oder der Abwicklung des Dankeschöns per E-Mail,
- nachträglich per E-Mail, wenn Unterstützer:innen danach fragen,
- als Beilage im Paket, wenn du ein physisches Dankeschön verschickst,
- gegebenenfalls per Post, wenn das für deine Abwicklung erforderlich ist.
Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Steuerberatung. Weitere Hintergründe findest du im Startnext-Blog zu Crowdfunding und Steuern.
Unterstützung beim Versand der Rechnungen bekommst du mit der Startnext App Postfunder.
Worauf zahle ich bei einem Crowdfunding Steuern?
Wie dein Crowdfunding steuerlich behandelt wird, hängt von deiner Rechtsform, deinem Steuerstatus, der Art der Unterstützung und den angebotenen Gegenleistungen ab. Startnext kann nicht verbindlich bestimmen, welche Steuern in deinem Einzelfall anfallen.
Die Auszahlung erfolgt nach Abzug der Plattform- und Zahlungsgebühren. Wie du die Fundingsumme und die Gebühren buchhalterisch erfasst – beispielsweise als Einnahme und Betriebsausgabe – hängt von deiner Buchhaltungs- und Besteuerungsart ab. Die ausgezahlte Nettosumme ist deshalb nicht automatisch in jedem Fall mit der steuerlichen Bemessungsgrundlage gleichzusetzen.
Typische Einflussfaktoren sind:
- Rechtsform und Steuerstatus: zum Beispiel Privatperson, Einzelunternehmen, Kapitalgesellschaft oder Verein.
- Dankeschöns als Produkt oder Dienstleistung: Sie können als umsatzsteuerpflichtiger Leistungsaustausch gelten.
- Freie Unterstützung ohne Gegenleistung: Sie kann je nach Setup anders eingeordnet werden als ein Leistungsaustausch.
- Spenden: Für steuerbegünstigte Organisationen und Spendenbescheinigungen gelten eigene Voraussetzungen.
- Umsatzsteuer: Relevant sind unter anderem Kleinunternehmerregelung, Soll- oder Ist-Versteuerung und Leistungszeitpunkt.
- Kosten und Ausgaben: Produktion, Versand, Gebühren und andere Projektkosten können den steuerlichen Gewinn beeinflussen.
Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Steuerberatung. Kläre die konkrete Behandlung mit deiner Steuerberatung. Weitere Hintergründe findest du im Startnext-Blog zu Crowdfunding und Steuern.
Was muss ich bei einem Crowdfunding zum Jahreswechsel beachten?
Wenn dein Crowdfunding rund um den Jahreswechsel endet, ist vor allem wichtig: Für die steuerliche Verbuchung zählt häufig der Zeitpunkt, an dem dir das Geld tatsächlich ausgezahlt wird beziehungsweise zufließt – nicht nur, wann Unterstützer:innen zahlen oder wann dein Projekt endet.
Die Auszahlung kann bis zu etwa 21 Tage nach dem Ende der Finanzierungsphase dauern, sofern deine Legitimation vollständig ist und es keine offenen Nachforderungen bei Stripe gibt. Plane diesen Zeitraum bei deiner Projektlaufzeit und – falls relevant – bei Rechnungsstellung und Spendenbescheinigungen mit ein.
Was sollte ich konkret prüfen?
- Wann endet deine Finanzierungsphase?
- Wann ist die Auszahlung voraussichtlich?
- Hast du die Legitimation vollständig abgeschlossen oder gibt es offene Stripe-Anforderungen?
- Stellst du Rechnungen aus oder brauchst du Spendenbescheinigungen?
- Welche Besteuerungsart und welcher Leistungszeitpunkt gelten in deinem Fall?
Szenario 1: Einzug vor dem Jahreswechsel, Auszahlung nach dem Jahreswechsel
Die Unterstützungen werden im alten Jahr eingezogen, die Fundingsumme wird aber erst im neuen Jahr an dich ausgezahlt.
Was bedeutet das typischerweise?
- Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer: Häufig ist der Zeitpunkt relevant, zu dem dir das Geld tatsächlich zufließt. Die Zuordnung erfolgt dann typischerweise im neuen Jahr.
- Umsatzsteuer: Die Zuordnung kann je nach Besteuerungsart und Leistungszeitpunkt abweichen. Bei der Soll-Versteuerung kann entscheidend sein, wann die Leistung erbracht wird. Bei der Ist-Versteuerung ist häufig der tatsächliche Geldeingang relevant.
Szenario 2: Einzug und Auszahlung vor dem Jahreswechsel
Die Unterstützungen werden im alten Jahr eingezogen und die Fundingsumme wird ebenfalls im alten Jahr ausgezahlt.
Was bedeutet das typischerweise?
Die steuerliche Zuordnung fällt häufig ebenfalls in das alte Jahr, weil dir das Geld noch im alten Jahr zufließt.
Szenario 3: Einzug und Auszahlung nach dem Jahreswechsel
Die Unterstützungen werden im neuen Jahr eingezogen und die Fundingsumme wird im neuen Jahr ausgezahlt.
Was bedeutet das typischerweise?
In der Regel liegen dann sowohl der Einzug als auch der Zufluss im neuen Jahr.
Diese Szenarien sind eine allgemeine Orientierung. Welche steuerliche Zuordnung für dich gilt, hängt von deiner Rechtsform, deiner Buchhaltung, der Besteuerungsart und dem Leistungszeitpunkt ab. Kläre deinen konkreten Fall mit deiner Steuerberatung.
